Merkels Realitätsverlust schlimmer als gedacht

Bundeskanzlerin Merkel hat gestern offenbart, welches Ausmaß ihr Kontroll- und Realitätsverlust angenommen hat.

Am Vormittag hat sie dem europäischen Parlament eine Lektion erteilt, wie sie vielleicht annimmt. Sie hat das alte Mantra vom „mehr statt weniger Europa“ ausgepackt. Die Vertreter der Partnerstaaten haben artig geklatscht, werden jedoch nicht im Traum daran denken, Merkel zu folgen. Sie hat in 10 Jahren Amtszeit nicht erkannt, dass Europa immer dann funktioniert, wenn Deutschland etwas abgibt und die anderen es nehmen. Diesmal ist es andersherum. Die anderen werden nicht abnehmen, was Deutschland ihnen geben will.

Abends dann ihr Solo-Auftritt bei Anne Will.

Ich will, wir müssen, so lässt sich der Talk zusammenfassen. Keinerlei Bereitschaft zur Kursänderung lässt Merkel durchblicken.

Die Kanzlerin kann nicht erklären, worin denn eigentlich Sinn & Ziel der ganzen Anstrengungen liegt, oder zumindest liegen könnte. Die Platte vom bunten Multikulti-Land wird angesichts der täglichen Gewaltausbrüche in Asylunterkünften momentan nicht aufgelegt. Bleibt die Aussicht auf Geld & Wohlstand durch die Zugewanderten. Heute ist wieder mal die Rede von einem kleinen Konjunkturprogramm. Gut für die Wirtschaft, schlecht für die Steuerzahler, die dieses kleine Konjunkturprogramm komplett finanzieren dürfen.

Sie kommt nicht auf die Idee, dass die „Menschen in diesem Land“ schlicht und einfach Angst vor dem Verlust der eigenen Identität haben. Sie haben Angst, Opfer von Kriminalität zu werden. Es wird ihnen nicht überzeugend erklärt, weshalb sie Millionen Zuwanderer versorgen sollen, wo ihnen doch gestern noch erklärt worden ist, dass ihnen Altersarmut gewiss ist, wenn sie nicht bis ins Greisenalter arbeiten. Und sie wollen nicht, dass ihr Land zum Schauplatz von importierten ethnischen, religiösen oder sonstwas-Konflikten wird. Und diese Gefahr ist angesichts von Massen, die nur noch in Millionen gezählt werden, überaus real. Teilweise hat sie sich schon verwirklicht.

Wie sehr Merkel der Bodenhaftung verlustig gegangen ist, wird in diesem Satz deutlich: „Wir werden ein Deutschland sein, dass sich mehr in der Außenpolitik engagiert, ein Deutschland, dass mehr für Entwicklungshilfe ausgibt.“ Aha. Zu ersterem lässt sich nur sagen: Womit denn?

Und das derzeitige Konzept der Entwicklungshilfe hat außer Despoten niemandem geholfen und ist neben vielen anderen Faktoren für die Flüchtlingskrise mitverantwortlich.
Gleichzeitig wird das einzige politische Mittel sichtbar, das Merkel in zehn Jahren Amtszeit zur Problemlösung je gekannt und genutzt hat: Geld drüberschütten, dann wird es schon irgendwie werden.

Dass die Bundesrepublik bereits jetzt in völlig fremde Binnenkonflikte verwickelt ist, zeigt sich im Umgang mit der Türkei. Ob das Land zum sicheren Herkunftsstaat erklärt wird, will Merkel davon abhängig machen, dass „es allen Kurden in der Türkei gut gehe.“
Wie süß, möchte man sagen. Aber es geht nicht mehr darum, ob es den Kurden gut geht, sondern darum, dieses Land nicht in ein zweites Kurdistan zu verwandeln.

Dass auch die Einwohner dieses Landes Rechte haben, der Gedanke scheint Bundeskanzlerin Merkel völlig abwegig. Aber geht um dieses Land und seine Menschen.

Gehen Sie endlich Frau Merkel, dieses Land ist nicht ihr Eigentum. Und es ist auch nicht mehr ihr Land.

Bild: Flickr/European People's Party /CC BY 2.0

3 Kommentare

  1. „Sie kommt nicht auf die Idee, dass die „Menschen in diesem Land“ schlicht und einfach Angst vor dem Verlust der eigenen Identität haben.“

    Vielleicht wollen die Politiker mit der Flüchtlingswelle ja grade eine einheitliche neue Identität für die EU schaffen…

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  2. Von einem deutschen Politiker noch dazu einem Regierungschef, sollte man ein Mindestmaß an Kompetenz, Selbstsicherheit und selbstverständlich „Glaubwürdigkeit“ verlangen können.

    Von diesen Eigenschaften hat man an diesem Abend bei Anne Will nichts gesehen und gemerkt!

    Merkel kam als das herüber, was sie ist, uninformiert, inkompetent, ängstlich und absolut unglaubwürdig!

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  3. Die gestrige Sendung mit Angela Merkel, und die ohne weitere Gäste stattfand war wohl eher eine Art Bundespressekonferenz mit vorab abgesprochenen Fragen. Was Putin kann, kann Frau Merkel schon lange.
    Die Hütte scheint bei Frau Merkel ganz schön zu brennen, dass sie die ARD und Frau Will zwingt sich propagandistisch als Regierungssender einspannen zu lassen.
    Das geht ja auch ganz leicht, schaut man sich nur die Besetzung des Rundfunkrates an. Da macht Frau Will alles (im vorauseilenden Gehorsam), wenn sie morgen noch ihre Talkshow weiter moderieren möchte! Macht sie es nicht, dann wird sie in wenigen Wochen aus nichtigen Anlass rausgemobbt.

    Das zur Rolle unserer „Staatsmedien“. Das Politbüro lässt grüßen 😂

    Es geht aber um viel mehr. Um knallharte Wirtschaftsinteressen.

    Seit Jahren liegen die Wirtschaftsverbände und Arbeitgeberverbände der Kanzlerin in den Ohren mit dem Thema demografischer Wandel. Es fehlen Fachkräfte usw. Dabei geht es um eine nahezu manische Angst dieser Lobbygruppen, dass wir auf eine Situation zusteuern könnten, wie Ende der 50iger und Anfang der 60iger Jahre. Arbeitskräfte sind knapp und es besteht ein Wettbewerb der Arbeitgeber um Arbeitskräfte. Die Arbeitsleistung von Menschen muss in einer solchen Situation deutlich mehr honoriert, wertgeschätzt und vergütet werden.
    Das “Überangebot” an Arbeitskräften bescherten den Arbeitgebern in den letzten 30 Jahren paradiesische Zustände und riesige Gewinnzuwächse, Während die Allgemeinheit für die Folgekosten der Arbeitslosigkeit via Erhöhung der Staatsschulden aufkommen durfte. So wurden rund 2 Billionen Euro in die Taschen der Shareholder umverteilt!
    Und da schließt sich der Kreis. Nachdem der Herr Urban aus Ungarn die Europäische Disziplin verlassen hatte, griff Frau Merkel zu um dem Arbeitsmarkt langfristig wieder viele Arbeitskräfte zuzuführen und dem Lohndumpingspiel wieder Nahrung zu geben. Immerhin sind wir in Deutschland in vielen Branchen Billiglohnland. Und das soll auch so bleiben. Und dafür gibt’s die Parole “Wir schaffen das” auf Kosten der Bürger! Die mit ihrer Solidarität das perfide Spiel unterstützen sollen.

    So wird Merkel zum Good Guy, Seehofer spielt den Bad Guy, und Anne Will und das Regierungsfernsehen bringt die Argumentation für das Volk (die das Volk möglichst kritiklos übernehmen sollte) unter die Leute!

    Integration, Willkommenskultur, Leitkultur, Humanismus sind doch alles nur Worthülsen mit denen das tatsächliche Ziel nur verschleiert werden soll.

    Mutti ist viel cleverer als wir denken. Sie hatte einen sehr erfolgreichen Lehrmeister: Helmut Kohl. Angela Merkel hat sich gegenüber Ihrem Lehrmeister ein noch unverdächtigeres Image, das Mutti-Image, zugelegt.
    Es liegt an jedem selbst, ob er sich davon einlullen lassen will oder nicht.

    Gute Nacht Deutschland

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