Das ZDF total neutral zur Asylfrage

Heute Journal vom 26.10.2015. Der Sondergipfel der EU zum Thema Flüchtlinge ist gerade ein paar Stunden alt, da ist es naheliegend, dass dies das Hauptthema der Sendung wird. Am Ende ist beinahe die gesamte Sendung von diesem Thema gewidmet.

Interessant ist vor allem, dass die Moderatoren ohne jede Zurückhaltung Position beziehen, obwohl das gerade nicht ihre Aufgabe ist. Und es ist interessant, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk keinerlei Unterschied mehr zwischen Asylberechtigten und Wirtschaftsflüchtlingen sieht.

Im Einzelnen:

Moderator Sievers drückt in der Einleitung zunächst seine Abscheu gegen die Sprache der zuständigen Behörden aus. Es geht um die Worte ungebremster Migrationsdruck. Kein schönes Wort, befindet Moderator Sievers, dabei ist es nur eine sanfte Umschreibung des Wortes Invasion.

Es folgen Bilder von Flüchtlingsmassen, die aktuell in Slowenien die Grenze nach Österreich durchbrechen und über die „Ergebnisse“ des EU-Sondergipfels. Garstige Meldungen, Sievers drängt es, für jeden Europäer zu sprechen, die sich schämen müssten für die Bilder von Leid & Elend, die Europa produziert.

Selbst das ZDF muss zugeben, dass die Lage nicht gerade rosig ist.
Zeit, die Platte von den Fachkräften aufzulegen. Dazu werden uns drei Flüchtlinge vorgestellt, die gar keinen Hehl daraus machen, dass sie aus wirtschaftlichen Gründen hier sind. Das ZDF hat sie –selbstverständlich repräsentativ- ausgewählt.

  1. Ramadan Fadi, Anästhesist aus Syrien
  2. Adil Katak, Manager aus Pakistan. Welche Industrie der 26-jährige in Pakistan (wo kein Krieg herrscht), gemanagt hat, bleibt im Dunkeln. Er träumt von einem Leben in Berlin.
  3. Rahaf Denef, Wirtschaftsstudentin. Ihre Familie ist noch in Syrien. Sie ist hier, um ihr Wirtschaftsstudium zu Ende zu bringen.

Und zu guter letzt darf noch ein Herr vom Amt davon schwärmen, was er den Vertretern der Industrie- und Handelskammer alles für schöne Dinge zeigen konnte.

Das IFO-Institut hat dagegen vor wenigen Wochen gemeldet, dass die große Masse der Asylsuchenden nicht die nötige Qualifikation mitbringt, um schnell in den Arbeitsmarkt integriert werden zu können. In der FAZ berichtet heißt es:

Der Anteil der Hochschulabsolventen betrage selbst im vergleichsweise hoch entwickelten Syrien nur sechs Prozent. Zudem seien in vielen Fällen die Abschlüsse nicht gleichwertig.

Die Analphabeten-Quote von Asylsuchenden aus Afghanistan betrage gar 50%.

Und weil’s so schön war, darf uns die Kanzlerin zum Schluss noch eine Milchmädchenrechnung präsentieren.

Eigentlich sind es 81 Millionen (und stündlich werden es mehr), aber das muss man als Bundeskanzlerin ja nicht unbedingt wissen. Jedenfalls kommt es da auf die ein oder andere Million wohl nicht an! Und wenn wir dann noch den Familiennachzug mitrechnen, dann sind wir vielleicht schon bald läppische 85 Millionen. Und zu Sylvester 2016 dann vielleicht schon 90 Millionen.

Und insofern können wir diese Integration schaffen. Wenn es nicht so traurig wäre, dass diese Frau unsere Kanzlerin ist… es wäre beste Satire!

Bild: Flickr.com/Walt Jabsco/CC BY-ND 2.0

ein Kommentar

  1. Die Frau im unteren Video ist nur noch peinlich!

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