Asyl, IS, Terror. Bundesregierung im Endstadium der Realitätsverweigerung

Jeroen Dijsselbloem, Chef der Euro-Gruppe sieht das Ende des Schengenabkommens gekommen – wegen der Flüchtlingskrise. Der hohe EU-Beamte spricht damit aus, was seit Monaten Realität ist. Widerspruch kommt da natürlich von den Realitätsverweigerern aus Berlin. Unser Ansatz ist ein anderer, heißt es dort. Unser Ansatz ist der Versuch, Schengen zu erhalten in der gegenwärtigen Form.

Obwohl sie seit Monaten keinen Millimeter damit vorankommt, anderen ihre Flüchtlingsquoten aufzudrücken, hält Kanzlerin Merkel unverdrossen daran fest, das weiter einzufordern.
Sie hofft und hofft und hofft auf Solidarität der EU-Partner in der Flüchtlingskrise, die sie selbst verschuldet hat.

Und weil man schlecht  Solidarität von den EU-Partnern einfordern kann, ohne selbst solche zu beweisen, wird man jetzt auf Bitten des engsten EU-Partners Frankreich das letzte bisschen militärisches Altmetall, dass von der planmäßigen Kaputtreformierung des ehemaligen deutschen Militärs noch übrig ist, nach Syrien schicken: Den Tornado, der 1980 (!) in Dienst gestellt wurde.

Bomben soll der natürlich auf die armen IS-Menschen natürlich nicht werfen (praktischerweise hätte man auch gar keine geeigneten), sondern aufklären. Für diese Aufgabe ist er mittlerweile nutzlos. Seit 15 Jahren wird das Aufklärungsgeschäft live und in Farbe mit Drohnen betrieben. Aber das ist ja noch nicht alles. Die Regierung will ernsthaft eine Fregatte zur Unterstützung aufbringen. Für einen Landkrieg! Woher die Fregatte kommen soll, ist unklar, denn die Marine arbeitet schon seit Monaten sehr „erfolgreich“ mit Schleppern zusammen und ist kräftemäßig damit am Limit.

Im Gegenzug für das lächerliche militärische Engagement wird Deutschland von Frankreich die Aufnahme von Asylsuchenden verlangen. Voraussehbar ohne Erfolg.

Militärisch bringt das gegen den IS rein gar nichts. Dafür werden Terroranschläge im Land wahrscheinlicher, denn Deutschland ist auch deshalb von größeren Anschlägen verschont worden, weil es sich nicht an den kaum noch überschaubaren Konflikten des Nahen Ostens beteiligte. Und weil es mit seinen extrem liberalen Ausländergesetzen idealer Ruheraum für Islamisten ist.

Für relative Sicherheit hat auch eine gute Sicherheitsarchitektur gesorgt und die vielgescholtene Bürokratie. Man wusste, wer eine Gefahr darstellen kann. Vor allem wusste man noch relativ genau, wer da war.

Das war 2014. Im Jahr 2015 leben 1. Mio. Asylsuchende in Deutschland, die aus genau diesen konfliktgeladenen Gebieten kommen. Von denen sind nicht dutzende, nicht hunderte, sondern tausende noch vor ihrer Registrierung abhandengekommen.

Der perfekte Sturm ist angerichtet.

 

Bild: flickr.com/Chefzwerg/CC BY-SA 2.0
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