Terror: Selbst einfachste Mechanismen greifen nicht.

Gleich im neuen Jahr hat Paris seinen ersten Terroranschlag erlebt. Es blieb beim Versuch, Gott sei Dank konnte der Täter rechtzeitig eliminiert werden.

Dass sich Islamisten in Frankreich in die Luft sprengen, köpfen, Massenmorde begehen oder mit Autos in Menschengruppen fahren ist mittlerweile trauriger Alltag. Würden die Ereignisse in einem Land des Maghreb-Gürtels stattfinden, spräche man von Bürgerkrieg. Interessant an diesem Durchschnittsfall ist dagegen der Lebenslauf des Attentäters, er war Asylsuchender.

Der Focus hat den Asyl-Lebenslauf des Mannes hervorragend dargestellt, deshalb hier nur ein kurzer Abriss:

  • 2011 ist er nach Europa gekommen
  • Er hat mindestens 7 verschiedene Identitäten genutzt, 4 allein in Deutschland
  • Es wurden selbstgebastelte IS-Flaggen bei ihm gefunden, das Verfahren wurde eingestellt
  • Er hat einen Obdachlosen mit Alkohol übergossen und verprügelt
  • Waffenhandel, Drogenhandel, Diebstahl, Körperverletzung finden sich in seiner Akte
  • Für all das saß er einen ganzen Monat in Haft, was keinerlei Auswirkungen auf sein Asylverfahren hatte
  • Er hat bereits 2014 Frauen im „Köln-Style“ belästigt
  • Es ist nicht ausgeschlossen, dass er an den Kölner Übergriffen beteiligt war
  • Zuletzt lebte er in einer Asylunterkunft in Recklinghausen

Das heißt im Klartext, dass der Mann sich über Jahre trotz erheblicher Kriminalität völlig unbehelligt durch Europa bewegen konnte und von einem halben dutzend Staaten soziale Unterstützung bezogen hat. Der logistische Aufwand allein ist gewaltig. Nur permanente Reisetätigkeit haben das ermöglicht. Informationen über Anlaufstellen waren nötig.

Sein Tour de Europe hat bereits 2011 begonnen, 2013 reist er erstmals nach Deutschland ein. Also weit vor der Asylkatastrophe 2015, vor der völligen Überforderung der Behörden. Damals wollten im Gesamtjahr in Deutschland etwa 109.000 Personen Asyl, so viele wie im September ’15 in zwei Wochen.

Dieser Fall zeigt exemplarisch, dass selbst die wenigen grundlegenden gesamteuropäischen Regeln und Mechanismen beim Thema Asyl nicht funktionieren und nie funktioniert haben.

So ist eigentlich jeder EU-Staat verpflichtet, Asylsuchende zu fotografieren und Fingerabdrücke zu nehmen, um doppelte Anträge und den Wechsel von Identitäten zu verhindern.
Seit Jahren unterlässt Italien und Griechenland dies rechtswidrig, um eine Rückführung von Asylsuchenden in ihre Länder gemäß den Dublin-Regeln zu verhindern. Seit Mitte 2015 registriert auch die Bundesrepublik längst nicht mehr jeden Asylsuchenden – wegen der schieren Masse.

Wie viele Walids sind seit Wochen, Monaten oder Jahren unterwegs? Wartend? Lauernd?

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