Kommentar: Der Papst als oberster Flüchtlingskommissar

Seit seiner Wahl zum Pontifex macht Papst Franziskus vor allem Politik. Symbolisch durch demonstrative Bescheidenheit oder Fußwaschung von Asylsuchenden, zunehmend aber auch direkt. Dabei gefällt sich Papst Franziskus als politisch korrekter Oberlehrer, der ermahnt, auffordert und kritisiert. Sein Lieblingsthema: „Flüchtlinge“.

Im billionenschweren Vatikanstaat hat er tatsächlich etwa 15 Asylsuchende untergebracht, Muslime, wie der Papst betont. Unterdessen verrecken im Nahen Osten die letzten Christen, was den Papst aber bisher eher nicht zu beschäftigen scheint.

Solch grenzenlose Naivität bleibt nicht lange ohne Würdigung und so hat der Papst hinter den meterdicken Mauern des Vatikanstaats den Karlspreis empfangen.
Ein Blick auf die Preisträger der letzten 10 Jahre spricht Bände und zeigt, wie wertlos dieser Preis geworden ist: Junckers, Merkel, Schulz, Schäuble, Tusk. Am repräsentativsten und lächerlichsten zugleich ist aber der Preisträger von 2001:  Der Euro. Diese Utopie-Währung ist genauso gescheitert wie die Flüchtlingspolitik a la Merkel.

Wie bei den pompösen Preisverleihungen der Staatsmedien hat sich ein inzestuöser Kreis gebildet, deren Mitglieder sich den Preis gegenseitig zuschanzen und sich tatsächlich einbilden, ihre Bedeutung dadurch steigern zu können. In diesen Kreis wurde jetzt Franziskus aufgenommen und das zu Recht. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass der Papst von derselben Schicksalsblindheit geschlagen ist, wie diejenigen, die ihm applaudiert haben, dann ist es dieser Karlspreis.

„Die europäische Identität ist und war immer eine dynamische und multikulturelle Identität“  und fast am Ende der RedeIch träume von einem Europa, in dem das Migrantsein kein Verbrechen ist, sondern vielmehr eine Einladung zu einem größeren Einsatz mit der Würde der ganzen menschlichen Person.“

Der argentinische Papst muss es ja wissen. Wie das am Ende aussieht, darüber gibt der Erzbischof von Mossul beredtes Zeugnis.

Die auf so vielen Ebenen gescheiterte Merkel, die jeden Hauch von Unterstützung aufsaugt wie eine Verdurstende, fühlt sich sogleich vom Papst bestätigt. Ermutigung und Auftrag zum Handeln sei die Rede des Papstes, diktiert die bleierne Merkel mit toten Augen in die Kameras. Sie wirkt dabei wie die Puppe eines Bauchredners.

Nicht mit jedem Papst war Merkel so grün wie mit Franziskus. In nie gekannter Weise hat sie 2010 Papst Benedikt abgekanzelt.

Tatsächlich gab es schon einmal einen Papst, der den Karlspreis verliehen bekam. Es war der letzte  Preisträger, der sich wirklich für Europas Einheit (nicht: für die europäische) verdient gemacht hat. Es war Papst Johannes Paul II.

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